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Renate Fausten und Irma Sehwerwert Mileham auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011

Irma Sehwerwert Mileham und Renate Fausten
auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011

Die Solidarität mit den Cuban Five wächst weltweit.
Ein Gespräch zwischen Renate Fausten und Irma Sehwerwert Mileham


Renate Fausten ist Erste Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba.
Irma Sehwerert ist die Mutter von René Gonzalez, einem der Cuban Five, fünf kubanischen Gefangenen, die in einem politischen Strafverfahren 1999 in den USA zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden.


Renate Fausten: Irma, Dein Sohn ist jetzt seit 12 Jahren in den USA in haft. Er ist zu 15 Jahren verurteilt worden. Rechnest Du damit, daß er tatsächlich in drei Jahren wieder aus dem Gefängnis herauskommt?

Irma Sehwerert Mileham: Zuerst einmal vielen herzlichen Dank für diesen Empfang, den ihr mir bereitet habt. Ich glaube daß dieser Beifall auch im Gefängnis in den USA gehört wird. Ja, wir sind davon überzeugt, daß uns irgendwann Gerechtigkeit widerfahren wird. Du hast nach René gefragt, der schon 12 Jahre im Gefängnis sitzt. Man geht davon aus, daß er im Oktober dieses Jahres auf Bewährung freikommt. Aber wir, die Familienangehörigen und auch er, wollen nicht, daß er allein das Gefängnis verläßt. Wir denken, daß es immer mehr Solidarität mit den Fünf in der ganzen Welt gibt, und sie werden alle gemeinsam freikommen und wahrscheinlich sogar vor Oktober, wenn wir alle weiter solidarisch daran arbeiten.

Können die fünf Gefangenen Besuch empfangen?

Ja, sie erhalten Besuch, aber es ist immer ziemlich schwierig, ein Visum zu bekommen. Zwei Ehefrauen haben die USA niemals ein Visum erteilt, aber die, die gehen konnten, besuchen sie ungefähr einmal im Jahr.

Wer nach Kuba kommt, wird schon am Flughafen mit großen Portraits der fünf Gefangenen begrüße. Auch im ganzen Land findet man immer wieder Hinweise auf die Solidarität mit den fünf Genossen. Wie groß ist die Solidarität unter der kubanischen Bevölkerung mit ihnen? Hat der Kampf um ihre Befreiung nachgelassen, oder verstärkt er sich?

Ich glaube wirklich, daß das ganze Volk Kubas, auch die Kinder in der Schule, die Fünf unterstützt. Und ich glaube, daß die Fünf in den Gefängnissen das nur überstehen konnten, weil sie wußten, daß sie diese Unterstützung und diese Solidarität aus der ganzen Welt erfahren. Es werden so viele Briefe an sie geschrieben, daß sie manchmal nicht alle beantworten können. Allein die kubanischen Kinder schicken Hunderte von Briefen an sie. Es ist diese solidarische Bewegung, es sind diese Zeichnungen, die Briefe von den Kindern, nicht nur aus Kuba, aus der ganzen Welt, wodurch sie sich im Gefängnis aufrecht halten. Ich glaube, daß die Solidarität gewachsen ist. In Kuba ist sie weiter so groß wie früher, und wir fühlen, wieviel Wärme den Müttern der Fünf entgegengebracht wird. Manchmal gehen wir auf die Straße, irgendwohin, und müssen sehr viel Zeit einplanen, weil man uns ständig auf der Straße anhält und fragt: Wie geht es ihnen? Sind sie gesund? Schickt ihnen viele Grüße! In Kuba hat sich das nicht abgeschwächt, und es wird sich auch nicht abschwächen. Aber diese Solidaritätsbewegung ist auch in der ganzen Welt gewachsen. Wenn sie nicht noch größer ist, dann deshalb, weil die großen Presseorgane sich nicht mir dem Fall beschäftigen. Die Fünf sind ja unschuldig, aber in den Medien, besonders in den USA, spricht man schlecht über sie.

Die Bevölkerung dort kennt diesen Fall überhaupt nicht. Wenn sie wüßte, warum die Fünf in den Gefängnissen sind, wenn sie wüßte, daß sie auch amerikanische Leben gerettet haben, dann würde sie sich sicherlich anders verhalten. Aber es gibt eine absolute Stille, eine Stille, die nur Ihr unterbrechen könnt mit Eurer täglichen Arbeit, mit dem, was in all den Kampagnen getan wird.

Es ist sehr schwierig, mit derartigen Themen in die Mainstreammedien zu kommen. In der jungen Welt und in anderen linken Zeitungen wird regelmäßig darüber berichtet. Noch eine Frage zu den Gefangenen. Wie sind deren Haftbedingungen – normal oder erschwert für politische Gefangene? Können sie Pakete empfangen, können sie materielle Hilfe aus der Heimat bekommen?

Pakete können sie nicht bekommen, materielle Hilfe auch nicht. Sie erhalten sehr viele Briefe aus allen Teilen der Welt, die aber natürlich kontrolliert werden. Ich habe René einmal eine Postkarte geschickt, auf der eine Milchfabrik abgebildet war. Sie haben die Karte untersucht und dachten, daß die Milchtüten, die dort zu sehen waren, irgendwelche Drogenbehältnisse gewesen wären. Die Gefängnisse sind sehr gefährlich, besonders einige von denen, in denen Ramón und Antonio festgehalten wurden. In einem ist jetzt noch Fernando.

Aber es hat sich etwas verändert, und ich glaube, das ist auf die Würde, die diese Gefangenen ausstrahlen, zurückzuführen. Man weiß sehr gut, daß sie keine Verbrecher sind und unschuldig. Es scheint zwar unglaublich zu sein, aber die gefährlichen und kriminellen Gefangenen unterstützen sie, sie helfen ihnen, z.B. beim Verfassen von Briefen auf Englisch. Wir haben einige von diesen anderen Häftlingen getroffen, als wir da waren. Es gibt dort Häftlinge, die seit 20 Jahren nichts von ihren Familienangehörigen gehört haben, und wir haben geholfen, den Kontakt wieder herzustellen. Wenn man für eine gerechte Sache kämpft, dann passiert so etwas.

Manchmal unterstützen selbst die Wachleute die kubanischen Genossen. Sie werden natürlich durchsucht, auch die intimsten Teile des Körpers. Aber ein Wachmann, der René untersuchen mußte, hat ihn z.B. gefragt, warum sind sie denn hier gefangen. Da hat René gesagt, weil er keinen Verrat begangen habe. Als er dann die Kleidung eines Tages ablegen sollte, sagte der Wachmann: "Ist schon in Ordnung, das muß ich nicht untersuchen." Das war für den Schließer sehr gefährlich. Auf alle Fälle hatte er Respekt gegenüber René empfunden.

junge Welt
Junge Welt, 26.01.2011








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