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»Wir verteilen unsere Bücher kostenlos«
Die Bolivarische Republik Venezuela ist Ehrengast der 15. Internationalen Buchmesse in Havanna.
Ein Gespräch mit Rosa Fernández


Ist es das erste Mal, daß Venezuela als Ehrengast an der Buchmesse in Havanna teilnimmt?

Nein, 2003 waren wir bereits als Ehrengast hier, gemeinsam mit den Andenstaaten Ekuador, Kolumbien, Peru und Bolivien. Doch diesmal ist es anders. Die Veranstalter haben uns gesagt, es sei das erste Mal, daß ein Aussteller so viel Platz gemietet hat. Wir belegen fünf Hallen und sind mit 64 Verlagen vertreten.

Welche Bedeutung hat die Buchmesse für Venezuela?

Uns interessiert das kubanische Publikum, weil es sehr belesen und gebildet ist. Deshalb denken wir, daß es der richtige Ort ist, um unsere Autoren in Kuba bekannter zu machen. Hinzu kommt, daß es eine internationale Ausstellung ist, die in den ganzen südamerikanischen und karibischen Raum hineinwirkt.

Venezuela hat ein Etappenziel erreicht: Es ist seit Herbst weitgehend frei von Analphabetismus. Wie geht es mit der Bildungspolitik jetzt weiter?

Klar ist, daß wir jetzt nicht stehenbleiben dürfen. Das Hauptanliegen des Kultusministeriums ist die flächendeckende Verteilung von Büchern. Zu diesem Zweck gründete es einen eigenen Verlag »El Perro y la Rana«. Eines seiner Projekte heißt: »Ein Buch pro Tag« – wollen also 365 unterschiedliche Bücher pro Jahr herausbringen. Hierfür brauchen wir das Publikum und die Autoren. Wir müssen die Lesebereitschaft sowohl im schulischen Bereich als auch in der Berufsbildung fördern. Hierzu haben wir zum einen eine Sammlung von Basisliteratur zusammengestellt. Das sind Bücher, die in einer einfachen Sprache verfaßt sind. Wir verteilen sie gratis. Zum anderen haben wir im ganzen Land den Klassiker »Don Quijote de la Mancha« verschenkt.

Das ist ein teures Unterfangen. Ihre Kritiker behaupten, Sie würden Geld verschwenden.

Ja, manche sagen das, aber es ist eine langfristige Investition. Das Produkt, das wir herstellen, dient dazu, die Lesebereitschaft des venezolanischen Volkes zu garantieren. Mit unseren Massenauflagen haben wir erreicht, daß viele Menschen die Bücher lesen. Die langen Schlangen vor den Ausgabestellen belegen das Interesse. Bei der kommenden Buchmesse in Bolivien werden wir wahrscheinlich auch mit diesen Ausgaben präsent sein.

Wie haben Sie die Reaktion der Kubaner auf die Präsenz Venezuelas erlebt?

Dieses Publikum ist hervorragend. Unser Ziel in Venezuela ist, ein Publikum wie das kubanische zu entwickeln. Präsident Hugo Chávez drückte es so aus: »Venezuela und Kuba sind ein einziges Land.«

Vor einigen Tagen haben Fidel Castro und Hugo Chávez ein weiteres Kulturabkommen im Rahmen der ALBA (Bolivarische Alternative für Lateinamerika) abgeschlossen. Können Sie es uns skizzieren?

Das neue ALBA-Abkommen wird uns ermöglichen, daß kubanische und südamerikanische Autoren in ganz Lateinamerika präsent sein werden. Neben dem Verlag »Ediciones ALBA« wird es die »Casa ALBA« geben. Das wird eine Art Buchladenkette in Lateinamerika und Europa sein, wo man neben venezolanischen und kubanischen Büchern auch Musik und Kunsthandwerk verkaufen wird. Das Ziel ist, einen besseren Vertrieb unserer Literatur und Kultur zu organisieren.

Der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Chávez mit Hitler verglichen. Wie reagieren Sie als Vertreterin der venezolanischen Kultur und Literatur auf solche Kommentare?

Ich glaube, Chávez ist, wie er selbst sagt, das Zentrum des Wirbelsturms für jedes Land, das fühlt, wie es die Kontrolle über seine Expansion in Lateinamerika verliert. Kommentare wie den zitierten gibt es viele. Wir Venezolaner fühlen, daß wir einen spürbaren Wechsel erleben, der notwendig und gewollt ist. Nicht nur Venezuela ist aus der Gleichgültigkeit erwacht, sondern ganz Lateinamerika. Es gibt ein neues Bewußtsein.

Die kubanische Bildungspolitik steht unter José Martís Motto »Gebildet sein, um frei zu sein«. Gibt es in Venezuela etwas Vergleichbares?

Bei uns heißt es: »Das Buch befreit«. Ein Buch ist ein Instrument, um dich in einen kritischen Menschen zu verwandeln. Wir brauchen Menschen mit Wissen.

junge Welt Interview: Ingo Niebel, Havanna
Junge Welt, 08.02.2006









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